Auf meinen Reisen finde ich häufig interessante Naturelemente die ich dann für meine Collagen und Skulpturen nutze. Auf Teneriffa wanderten wir auf einer Hochebene inmitten verdorrter Kakteenbüsche. Es hatte geregnet. Die Wolken zogen tief und bildeten Nebelschleier die sich in den kargen Kiefern verfingen. Als sich die ersten Sonnenstrahlen durch die grauviolette Wolkendecke drängten, tauchten sie die ganze Landschaft in ein mystisches goldbraunes Licht, das an die Patina alter Goldmünze erinnerte. An diesem Tag nahm ich zwei vertrocknete Kakteen mit. Im Atelier entstanden daraus die Skulpturen: „Der Heilsbringer“ und „Die Reise der Ahnungslosen“.

Der Heilsbringer

Die Geister, die ich rief

2026 | Kaktusfaser, Acryl und Beton | 45 x 38 x 71 cm

Gedanken zu den Skulpturen: “Die Reise der Ahnungslosen“ und „Der Heilsbringer“

Alles Leben ist miteinander verwoben, bedingt einander, nutzt einander. Ich könnte nicht einen Augenblick als getrenntes Individuum überleben. Wieso empfinde ich mich dann als getrenntes Einzelwesen und verteidige meine Überzeugung, meine Weltsicht? Sind wir in unserer Egozentrik gerade dabei unsere Lebensgrundlage zu eliminieren? In unserem leiblichen Dasein sind wir Natur. Zerstören wir Natur, zerstören wir uns.

Die Reise der Ahnungslosen

Die Geister, die ich rief

2026 | Kaktusfaser, Acryl und Beton | 59 x 45 x 12 cm

In unser Sonderung erschaffen wir uns einen „Heilsbringer“, einen Messias … einen Führer … Jemand oder Etwas, das es richten wird. Wird es das? Haben wir den Mut unsere Verantwortung zu erkennen und zu leben?